"Väter hinter Gittern "

--------Sdg. 1.7.2018 ---17.20Uhr---ARD---

Christian sitzt für 6 Jahre im Gefängnis, Pascal für 3 Jahre, und Torsten hat 7 Jahre bekommen. Doch die „harten Jungs“, die wegen Waffenbesitz, Drogenhandel oder Körperverletzung einsitzen, haben auch eine ganz weiche Seite – wenn es um ihre Kinder geht. Doch wie können Väter hinter Gittern ihrer Rolle gerecht werden? Geht das überhaupt? Christian wird alle 8 Wochen in ein Gefängnis verlegt, das 120 Kilometer entfernt liegt, um dort 2  Stunden mit seinen beiden Kindern zu spielen. Nur durch die Hilfe einer Rechtspflegerin sind diese Besuche inzwischen möglich. Pascal hat einen guten Kontakt zur Pflegemutter seines Sohnes. Sie kommt ihn regelmäßig mit dem Jungen besuchen. Und Torsten bleiben nur Briefe an seine Tochter (10), da die Mutter den Kontakt zum straffälligen Vater nicht mehr möchte.

Im Film „Väter hinter Gittern“ besuchen die Autorinnen Sylvia Nagel und Sonya Winterberg diese Väter in der Haft. Die Männer erzählen von ihren Gefühlen, verpassten Chancen und von der Sehnsucht, Vater sein zu dürfen – auch im Knast. Doch wie realistisch sind die Vorstellungen der Väter? Im Gespräch mit Seelsorgern, Gefängnismitarbeitern und Experten wird deutlich, wie schwierig es im Strafvollzug ist, die Bedürfnisse derer in den Mittelpunkt zu stellen, um die es eigentlich geht: die Kinder.

In Deutschland sind laut Schätzungen derzeit rund 100.000 Kinder von der Inhaftierung eines Elternteils betroffen. Meist ist es der Vater. Die Mütter wiederum, die auf einmal allein erziehend sind, brechen den Kontakt zu ihren Partnern meist nach etwa zwei Jahren ab. Den Kindern erzählen sie oft nicht, wo der Papa ist. Da heißt es dann: auf Montage, im Krankenhaus, im Ausland. Keine einzige Mutter konnte sich in 1,5 Jahren Recherche an diesem Film zur Mitwirkung entschließen. Zu groß ist das gesellschaftliche Tabu, zu groß die Scham, um darüber öffentlich zu sprechen.

 

 

Ein Film von Sylvia Nagel und Sonya Winterberg

Kamera&Schnitt: Hans-Jürgen Büsch

Ton: Leschek Faber&Hannes Richter

Produktion : Filmstrom mediaGmbH und Winterberg&Nagel

 

Gedreht mit der Sony FS7